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NEUBAU BEVÖLKERUNGSSCHUTZGEBÄUDE MAUR

Die Gemeinde Maur will den Schutz der Bevölkerung mit einem neuen Bevölkerungsschutzgebäude (BSG) auf dem Loorenareal sicherstellen. Wie das neue BSG aussehen soll, veranschaulichen die folgenden Visualisierungen. Antworten auf häufige Fragen finden Sie zudem im FAQ zum Bevölkerungsschutzgebäude (PDF). Eine Orientierungsveranstaltung zum Projekt findet statt am Montag, 11. März 2024, 19.00 Uhr, in der Mehrzweckhalle Looren.

  • Vogelperspektive
  • Vorhof
  • Fahrzeughalle
  • Rückseite mit Sportplatz

    Der Neubau des Bevölkerungsschutzgebäudes (BSG) erfordert aus rechtlichen Gründen eine Verlegung des Rausen- und des Haldenbachs. Deshalb ist ein entsprechendes Teilprojekt im Kredit über das neue BSG enthalten, worüber am 9. Juni abgestimmt wird.

    Die beiden eingedolten Bäche auf dem Loorenareal – der Rausen- und der Haldenbach – müssen gestützt auf das Gewässerschutzgesetz offengelegt und revitalisiert werden. Revitalisierungen sind ein zentraler Bestandteil des revidierten Gewässerschutzgesetzes (Art. 38a). Ziel dabei ist, naturnahe Bäche, Flüsse und Seen mit ihren charakteristischen Tier- und Pflanzenarten wiederherzustellen. Neben der Biodiversität profitieren davon auch Naherholung und Hochwasserschutz. Nicht zuletzt verbessern die Bäche den Wasserhaushalt der Landschaft als effektiver Regenspeicher und als lokale Klimaanlage, die bei Sommerhitze die Umgebung durch Verdunstung kühlt.

    Gewässerneufestsetzung bereits rechtskräftig

    Ein rechtlich und finanziell gesichertes Wasserbauprojekt bildet die Voraussetzung für die baurechtliche Bewilligung des neuen Bevölkerungsschutzgebäudes am geplanten Standort. Daher wurde die Festsetzung der Offenlegung und Revitalisierung des Rausen- und Haldenbachs von der Gemeinde vorangetrieben. Sie ist durch den Kanton unterdessen rechtskräftig erfolgt. Aufgrund der Neufestsetzung befinden sich die beiden Bäche heute nicht im Gewässerraum. Rausen- und Haldenbach müssen nun zwingend in den festgesetzten Gewässerraum verlegt werden.
    Die Kosten für diese notwendige Bachumlegung hätten gemäss Entscheid des Bezirksrats vom Oktober 2022 bereits in der Urnenvorlage 2020 für das neue Bevölkerungsschutzgebäude ausgewiesen werden müssen. Grund dafür ist der Aspekt der «Einheit der Materie», das heisst: Die baurechtliche Bewilligung des geplanten Bevölkerungsschutzgebäudes am vorgesehenen Standort ist nur dann möglich, wenn die Ausführung des Wasserbauprojekts gleichzeitig mit der Erstellung des Bevölkerungsschutzgebäudes sichergestellt ist.

    Weiterentwicklung Loorenareal nur mit Bachfreilegung

    Unabhängig vom neuen Bevölkerungsschutzgebäude ist die Weiterentwicklung des Loorenareals – ein Legislaturziel des Gemeinderats – vom Wasserbauprojekt abhängig, denn die wertvollen Flächen in der Bauzone für öffentliche Bauten werden erst durch die Offenlegung und Revitalisierung des Rausen- sowie des Haldenbachs überbaubar.
    Sollte das neue Bevölkerungsschutzgebäude am 9. Juni abgelehnt werden, ist die Gemeinde aufgrund der rechtskräftigen Festsetzung des Gewässerraums trotzdem zur Offenlegung und Revitalisierung des Halden- und des Rausenbachs verpflichtet. Das Wasserbauprojekt würde den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern in einer separaten Vorlage erneut zur Beschlussfassung unterbreitet.

    Abteilung Liegenschaften, Tiefbau und Sicherheit

    Bei der Planung des Bevölkerungsschutzgebäudes (BSG) spielten auch energetische Überlegungen eine wichtige Rolle. Das BSG soll im Minergie-Standard gebaut und mit Solarmodulen bestückt werden.

    Bei Neubauten mit einer anrechenbaren Gebäudefläche von mehr als 300 m2 besteht gemäss eidgenössischem Energiegesetz die Pflicht, an der Fassade oder auf dem Dach eine Solaranlage zu installieren. Weiter verlangt das Zürcher Energiegesetz, dass bei Neubauten ein Teil des benötigten Stroms selbst erzeugt wird. In seinem Legislaturprogramm 2022–2026 hat der Gemeinderat zudem als Strategieziel festgelegt, die Nutzung erneuerbarer Energien zu fördern und bei Bauprojekten der Gemeinde die Energieeffizienz zu beachten. Dies hat er auch im Energieleitbild vom 18. September 2021 festgehalten. Der Gemeinderat will deshalb auf dem Bevölkerungsschutzgebäude eine Photovoltaikanlage installieren. Dass eine solche PV-Anlage sinnvoll ist und sich ökonomisch betreiben lässt, haben aktuelle Berechnungen und die positiven Erfahrungen beim neuen Schulhaus Nord bestätigt.

    Solarmodule auf Dach und Südfassade

    Auf dem Dach des BSG soll eine aufgeständerte PV-Anlage erstellt werden, die mit einer Kiesauflage beschwert und absturzgesichert ist (analog Mehrzweckhalle). Die Dachanlage hat eine Leistung von ca. 140 Kilowatt-Peak (kWp). Die Südfassade ist ideal ausgerichtet für die Produktion des für die Versorgung wichtigen Winterstroms, weshalb weitere PV-Paneele in die Fassadenkonstruktion integriert werden sollen. Diese Zusatzmodule erhöhen die Leistung der ganzen Anlage um ca. 15 kWp. Im Einklang mit dem Maurmer Energieleitbild sind zudem Leerrohre geplant, um das BSG in Zukunft mit E-Ladestationen für Fahrzeuge ausrüsten zu können.

    Berechnungen haben ergeben, dass die PV-Anlage auf dem BSG kostendeckend betrieben werden kann. Für den Einbau der Photovoltaikanlage erhält die Gemeinde eine kantonale Einmalvergütung von rund 44'000 Franken. Für die PV-Anlage an der Fassade wird zusätzlich eine Einmalvergütung von 6'400 Franken ausgerichtet.

    Bau nach Minergie «ECO»

    Im Energieleitbild hat der Gemeinderat weiter festgehalten, dass er sich für Neubauten am Nachhaltigkeits- und Energiestandard Minergie orientiert. Deshalb ist für das Bevölkerungsschutzgebäude der Minergie-Standard «ECO» vorgesehen, zumal die dafür entstehenden Kosten von 150'000 Franken im Verhältnis zu den Gesamtprojektkosten tief sind. Mit dem Minergie-Standard werden überdurchschnittliche Ansprüche an Komfort, Effizienz und Klimaschutz erreicht.

    Technische Einrichtungen auf Gebäude abgestimmt

    Alle technischen Einrichtungen sind auf die Grösse und Nutzung des BSG abgestimmt. Die Energieversorgung erfolgt über erdverlegte Leitungen ab der zentralen Holzschnitzelheizung des Loorenareals, die sich im neuen Schulhaus Nord befindet. Warmwasser wird im Technikraum im Untergeschoss aufbereitet. Das Abwasser der Waschbox wird zur Reinigung über eine Spaltanlage geführt und danach in die Kanalisation abgeleitet.

    Die Lüftungsanlagen sind zentral im Technikraum untergebracht. Dort wird die Luft aufbereitet und zu den einzelnen Räumen verteilt. Die Räume werden reguliert, um einen unnötigen Luftaustausch zu verhindern und den Energiehaushalt zu kontrollieren. Die Fahrzeughalle wird auf einem tiefen Temperaturniveau gehalten.

    Abteilungen Liegenschaften, Tiefbau und Sicherheit

    Am 9. Juni wird an der Urne über das geplante Bevölkerungsschutzgebäude abgestimmt: Zeit für einen Blick auf diesen Neubau, der die Gemeinde Maur dabei unterstützen soll, eine ihrer Kernaufgaben zu erfüllen: die Sicherheit der Bevölkerung.

    Neue Zukunftsrisiken wie vermehrte Starkwetterereignisse aufgrund des Klimawandels sowie neue technologische und gesellschaftliche Entwicklungen (z. B. E-Mobilität, Photovoltaik, Ver-dichtung, sicherheitspolitische Lage) erhöhen die Komplexität und das Einsatzspektrum für den Bevölkerungsschutz – zentrale Gründe für den Bau des Bevölkerungsschutzgebäudes (BSG). Darin sind für die Feuerwehr eine Fahrzeughalle mit Waschbox, ein Kommandoraum, ein Aufenthaltsraum, Garderoben, Lagerräume und Werkstätten geplant. Für den Zivilschutz sind Autoeinstellplätze, Werkstätten, ein Büro und Lagerräume vorgesehen. Weiter ist ein viel-seitig nutzbarer, separat erschlossener Theorieraum vorhanden, den auch der Samariterverein und die Bevölkerung nutzen können. Die verschiedenen Räume sind verteilt auf Unter-, Erd- und Obergeschoss.

    Gebäudehülle aus Streckmetall

    Die Fahrzeughalle ist als reine Holzkonstruktion geplant, während die anderen Gebäudeteile in Massivbauweise erstellt werden. Umhüllt wird das Bevölkerungsschutzgebäude mit einer hinterlüfteten Streckmetallfassade aus eloxiertem Aluminium – wie bei der sanierten Mehrzweckhalle. Dieses grossmaschige Gewebe wirkt leicht und ist lichtdurchlässig, gewährt aber den notwendigen Sichtschutz für die Garderobenräume und macht einen zusätzlichen Sonnenschutz unnötig.

    Zukunftsorientierte Planung

    Bei der Projektplanung für das BSG wurde auch berücksichtigt, dass die Bevölkerung von Maur mit heute rund 11'000 Einwohnerinnen und Einwohnern laut Prognosen weiterwachsen wird. Der Neubau ist deshalb so ausgelegt, dass er Platz für 65 Angehörige der Feuerwehr (heute rund 55) bietet. Das bestehende Feuerwehrgebäude im Gemeindehaus stammt aus dem Jahre 1982, als Maur noch rund 6'600 Einwohnerinnen und Einwohner zählte.

    Zusätzlicher Einstellraum Stützmauer

    Um Einsatzbereitschaft und Logistik der Blaulichtorganisationen im Einsatzfall sicherzustellen, ist es wichtig, dass die Organisationen gut zusammenarbeiten und unkompliziert auf Material zugreifen können. Westlich vom Vorplatz der Fahrzeughalle des BSG ist deshalb neu in der Stützmauer ein Einstellraum für Zivilschutz und Feuerwehr vorgesehen, um Anhänger, Not-stromaggregate, Alarmierungs- und Kommunikationsinfrastruktur sowie Kleinfahrzeuge des Zivilschutzes unterzustellen, die heute an drei verschiedenen Standorten in der Gemeinde Maur dezentral untergebracht sind. Zudem ermöglicht der zusätzliche Einstellraum mehr Platz für den Hausdienst, beispielsweise um Unterhaltsgeräte zu verstauen. Optional könnte im Ein-stellraum in Zukunft bei Bedarf auch ein Rettungswagen stationiert werden.

    Abteilungen Liegenschaften, Tiefbau und Sicherheit

    Der Gemeinderat hat das überarbeitete Projekt für ein Bevölkerungsschutzgebäude (inkl. Revitalisierung Rausen- und Haldenbach, Anpassung Bushaltestelle Loorenstrasse, Einstellraum in Stützmauer und Photovoltaikanlage) auf der Looren genehmigt. Kostenpunkt: CHF 18,9 Millionen. Die Urnenabstimmung über das Vorhaben ist am 9. Juni 2024 geplant.

    Aufgrund eines Rekurses hatte der Bezirksrat Uster den Gemeinderat Maur Anfang Oktober 2022 angewiesen, den vom Volk am 27. September 2020 an der Urne bewilligten Bau eines Bevölkerungsschutzgebäudes auf dem Loorenareal neu zu berechnen und den Stimmberechtigten ein überarbeitetes, umfassendes Projekt mit voller Kostentransparenz vorzulegen.

    Projektüberprüfung gemeinsam mit Nutzerschaft

    Um den erwähnten Auftrag des Bezirksrats umzusetzen, wurde das Projekt seit Herbst 2022 in enger Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern von Feuerwehr, Zivilschutz und Samariterverein vertieft und sorgfältig überprüft. Diese künftigen Hauptnutzenden haben Ende September 2023 mit einer symbolischen Unterzeichnung der überarbeiteten Pläne bestätigt, dass das Projekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

    Alle notwendigen Aspekte in Projekt integriert

    Die Kosten für das überarbeitete Projekt belaufen sich auf CHF 18,9 Millionen und ergeben sich als Summe folgender Kostengliederung:

     

     

    Urne vom 27.09.2020

    Urne vom 09.06.2024

    Differenz

    A1

    Bevölkerungsschutzgebäude

    9'050'000

    13'027'500

    3'977'500

    A2

    Einstellraum in Stützmauer

     

    1'168'500

    1'168'500

    A3

    Betriebseinrichtungen

     

    717'500

    717'500

    A4a

    Photovoltaikanlage Dach

     

    438'000

    438'000

    A4b

    Photovoltaikanlage Fassade

     

    88'000

    88'000

    A5

    Minergie «ECO», inkl. Zertifizierung

     

    165'000

    165'000

    B

    Revitalisierung Rausenbach und Haldenbach

     

    2'127'000

    2'127'000

    C

    Anpassung Bushaltestelle Loorenstrasse

     

    246'500

    246'500

    Total Stufe Kostenvoranschlag
    (inkl. MwSt. von 7,7 % bzw. 8,1 %)

    9'050'000

    17'978'000

    8'928'000

    Reserve für Unvorhergesehenes (5 %, gerundet)

     

    922'000

     

    Total Kredit, inkl. MwSt. (8,1 %)

     

    18'900'000

     

     

    Kernstück des Projekts bleibt das Bevölkerungsschutzgebäude (A1) für rund CHF 13 Millionen. Die Differenz von knapp CHF 3,98 Millionen Franken im Vergleich zum Projekt 2020 entsteht aufgrund der Teuerung (+ CHF 2,23 Mio.), einer zusätzlichen Reserve innerhalb des Kostenvoranschlags von 10 Prozent (+ CH 0,78 Mio.), Präzisierungen im Kostenvoranschlag (+ CHF 0,92 Mio.) sowie der Mehrwertsteuererhöhung um 0,4 Prozent (+ CHF 50'000).

    Die Kosten für die Revitalisierung der Bäche (B) und die Betriebseinrichtungen (A3) wurden aufgrund des erwähnten Bezirksratsentscheids nun transparent ausgewiesen. Weiter ist festzuhalten, dass im Projekt 2020 kein Einstellraum in der Stützmauer (A2) vorgesehen war, der als Raum für Kleinfahrzeuge und Anhänger (Zivilschutz/Feuerwehr) sowie Unterhaltsgeräte (Hausdienst) dienen soll, um die aktuellen Platzverhältnisse weiter zu entschärfen. Ebenso neu ist die Photovoltaikanlage (A4), die unter anderem aufgrund der veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen integriert werden muss. Das Projekt 2020 hatte zudem auf eine Zertifizierung nach Minergie «ECO» (A5) verzichtet. Schliesslich sind im überarbeiteten Projekt neu Anpassungen bei den Bushaltestellen (C) berücksichtigt, damit diese nicht unmittelbar vor der Ein-/Ausfahrt des Bevölkerungsschutzgebäudes liegen.

    In den Kredit von CHF 18,9 Millionen, der an der Urne zu genehmigen ist, hat der Gemeinderat, zusätzlich zur Reserve innerhalb des Kostenvoranschlags von 10 %, zudem eine Reserve von 5 Prozent (CHF 922'000) für Unvorhergesehenes integriert. Diese Reserve darf nur nach einem vorgängigen Beschluss des Gemeinderates verwendet werden.

    Durchdachtes Projekt

    Das überarbeitete Projekt erfüllt einerseits die Vorgaben des Bezirksrats; andererseits konnte das Bevölkerungsschutzgebäude gemeinsam mit der künftigen Nutzerschaft so optimiert werden, dass eine zweckmässige und kosteneffiziente Infrastruktur für die Blaulichtorganisationen entsteht. Damit lassen sich Synergien nutzen sowie Einsatzzeiten, Logistik und Kommunikationswege in einer Notlage zum Schutz der Maurmer Bevölkerung sicherstellen. Der Gemeinderat empfiehlt den Stimmberechtigten, dem Projekt am 9. Juni 2024 an der Urne zuzustimmen.

    Gemeinderat Maur


    Weitere Informationen zum BSG finden Sie in einem ausführlichen FAQ (Häufig gestellte Fragen) hier (PDF)


     

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