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NEUBAU BEVÖLKERUNGSSCHUTZGEBÄUDE MAUR

Die Gemeinde Maur will den Schutz der Bevölkerung mit einem neuen Bevölkerungsschutzgebäude (BSG) auf dem Loorenareal sicherstellen. An der Urnenabstimmung vom 9. Juni 2024 haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den dazu notwendigen Kredit von 18,9 Millionen Franken mit rund 58 Prozent JA-Stimmen genehmigt. Wie das neue BSG aussehen soll, veranschaulichen die folgenden Visualisierungen. Antworten auf häufige Fragen finden Sie zudem im FAQ zum Bevölkerungsschutzgebäude (PDF).

  • Vogelperspektive

  • Vorhof

  • Fahrzeughalle

  • Rückseite mit Sportplatz

    Bei der Planung des Bevölkerungsschutzgebäudes (BSG) spielten auch energetische Überlegungen eine wichtige Rolle. Das BSG soll im Minergie-Standard gebaut und mit Solarmodulen bestückt werden.

    Bei Neubauten mit einer anrechenbaren Gebäudefläche von mehr als 300 m2 besteht gemäss eidgenössischem Energiegesetz die Pflicht, an der Fassade oder auf dem Dach eine Solaranlage zu installieren. Weiter verlangt das Zürcher Energiegesetz, dass bei Neubauten ein Teil des benötigten Stroms selbst erzeugt wird. In seinem Legislaturprogramm 2022–2026 hat der Gemeinderat zudem als Strategieziel festgelegt, die Nutzung erneuerbarer Energien zu fördern und bei Bauprojekten der Gemeinde die Energieeffizienz zu beachten. Dies hat er auch im Energieleitbild vom 18. September 2021 festgehalten. Der Gemeinderat will deshalb auf dem Bevölkerungsschutzgebäude eine Photovoltaikanlage installieren. Dass eine solche PV-Anlage sinnvoll ist und sich ökonomisch betreiben lässt, haben aktuelle Berechnungen und die positiven Erfahrungen beim neuen Schulhaus Nord bestätigt.

    Solarmodule auf Dach und Südfassade

    Auf dem Dach des BSG soll eine aufgeständerte PV-Anlage erstellt werden, die mit einer Kiesauflage beschwert und absturzgesichert ist (analog Mehrzweckhalle). Die Dachanlage hat eine Leistung von ca. 140 Kilowatt-Peak (kWp). Die Südfassade ist ideal ausgerichtet für die Produktion des für die Versorgung wichtigen Winterstroms, weshalb weitere PV-Paneele in die Fassadenkonstruktion integriert werden sollen. Diese Zusatzmodule erhöhen die Leistung der ganzen Anlage um ca. 15 kWp. Im Einklang mit dem Maurmer Energieleitbild sind zudem Leerrohre geplant, um das BSG in Zukunft mit E-Ladestationen für Fahrzeuge ausrüsten zu können.

    Berechnungen haben ergeben, dass die PV-Anlage auf dem BSG kostendeckend betrieben werden kann. Für den Einbau der Photovoltaikanlage erhält die Gemeinde eine kantonale Einmalvergütung von rund 44'000 Franken. Für die PV-Anlage an der Fassade wird zusätzlich eine Einmalvergütung von 6'400 Franken ausgerichtet.

    Bau nach Minergie «ECO»

    Im Energieleitbild hat der Gemeinderat weiter festgehalten, dass er sich für Neubauten am Nachhaltigkeits- und Energiestandard Minergie orientiert. Deshalb ist für das Bevölkerungsschutzgebäude der Minergie-Standard «ECO» vorgesehen, zumal die dafür entstehenden Kosten von 150'000 Franken im Verhältnis zu den Gesamtprojektkosten tief sind. Mit dem Minergie-Standard werden überdurchschnittliche Ansprüche an Komfort, Effizienz und Klimaschutz erreicht.

    Technische Einrichtungen auf Gebäude abgestimmt

    Alle technischen Einrichtungen sind auf die Grösse und Nutzung des BSG abgestimmt. Die Energieversorgung erfolgt über erdverlegte Leitungen ab der zentralen Holzschnitzelheizung des Loorenareals, die sich im neuen Schulhaus Nord befindet. Warmwasser wird im Technikraum im Untergeschoss aufbereitet. Das Abwasser der Waschbox wird zur Reinigung über eine Spaltanlage geführt und danach in die Kanalisation abgeleitet.

    Die Lüftungsanlagen sind zentral im Technikraum untergebracht. Dort wird die Luft aufbereitet und zu den einzelnen Räumen verteilt. Die Räume werden reguliert, um einen unnötigen Luftaustausch zu verhindern und den Energiehaushalt zu kontrollieren. Die Fahrzeughalle wird auf einem tiefen Temperaturniveau gehalten.

    Abteilungen Liegenschaften, Tiefbau und Sicherheit

    Am 9. Juni wird an der Urne über das geplante Bevölkerungsschutzgebäude abgestimmt: Zeit für einen Blick auf diesen Neubau, der die Gemeinde Maur dabei unterstützen soll, eine ihrer Kernaufgaben zu erfüllen: die Sicherheit der Bevölkerung.

    Neue Zukunftsrisiken wie vermehrte Starkwetterereignisse aufgrund des Klimawandels sowie neue technologische und gesellschaftliche Entwicklungen (z. B. E-Mobilität, Photovoltaik, Ver-dichtung, sicherheitspolitische Lage) erhöhen die Komplexität und das Einsatzspektrum für den Bevölkerungsschutz – zentrale Gründe für den Bau des Bevölkerungsschutzgebäudes (BSG). Darin sind für die Feuerwehr eine Fahrzeughalle mit Waschbox, ein Kommandoraum, ein Aufenthaltsraum, Garderoben, Lagerräume und Werkstätten geplant. Für den Zivilschutz sind Autoeinstellplätze, Werkstätten, ein Büro und Lagerräume vorgesehen. Weiter ist ein viel-seitig nutzbarer, separat erschlossener Theorieraum vorhanden, den auch der Samariterverein und die Bevölkerung nutzen können. Die verschiedenen Räume sind verteilt auf Unter-, Erd- und Obergeschoss.

    Gebäudehülle aus Streckmetall

    Die Fahrzeughalle ist als reine Holzkonstruktion geplant, während die anderen Gebäudeteile in Massivbauweise erstellt werden. Umhüllt wird das Bevölkerungsschutzgebäude mit einer hinterlüfteten Streckmetallfassade aus eloxiertem Aluminium – wie bei der sanierten Mehrzweckhalle. Dieses grossmaschige Gewebe wirkt leicht und ist lichtdurchlässig, gewährt aber den notwendigen Sichtschutz für die Garderobenräume und macht einen zusätzlichen Sonnenschutz unnötig.

    Zukunftsorientierte Planung

    Bei der Projektplanung für das BSG wurde auch berücksichtigt, dass die Bevölkerung von Maur mit heute rund 11'000 Einwohnerinnen und Einwohnern laut Prognosen weiterwachsen wird. Der Neubau ist deshalb so ausgelegt, dass er Platz für 65 Angehörige der Feuerwehr (heute rund 55) bietet. Das bestehende Feuerwehrgebäude im Gemeindehaus stammt aus dem Jahre 1982, als Maur noch rund 6'600 Einwohnerinnen und Einwohner zählte.

    Zusätzlicher Einstellraum Stützmauer

    Um Einsatzbereitschaft und Logistik der Blaulichtorganisationen im Einsatzfall sicherzustellen, ist es wichtig, dass die Organisationen gut zusammenarbeiten und unkompliziert auf Material zugreifen können. Westlich vom Vorplatz der Fahrzeughalle des BSG ist deshalb neu in der Stützmauer ein Einstellraum für Zivilschutz und Feuerwehr vorgesehen, um Anhänger, Not-stromaggregate, Alarmierungs- und Kommunikationsinfrastruktur sowie Kleinfahrzeuge des Zivilschutzes unterzustellen, die heute an drei verschiedenen Standorten in der Gemeinde Maur dezentral untergebracht sind. Zudem ermöglicht der zusätzliche Einstellraum mehr Platz für den Hausdienst, beispielsweise um Unterhaltsgeräte zu verstauen. Optional könnte im Ein-stellraum in Zukunft bei Bedarf auch ein Rettungswagen stationiert werden.

    Abteilungen Liegenschaften, Tiefbau und Sicherheit

    Der Gemeinderat hat das überarbeitete Projekt für ein Bevölkerungsschutzgebäude (inkl. Revitalisierung Rausen- und Haldenbach, Anpassung Bushaltestelle Loorenstrasse, Einstellraum in Stützmauer und Photovoltaikanlage) auf der Looren genehmigt. Kostenpunkt: CHF 18,9 Millionen. Die Urnenabstimmung über das Vorhaben ist am 9. Juni 2024 geplant.

    Aufgrund eines Rekurses hatte der Bezirksrat Uster den Gemeinderat Maur Anfang Oktober 2022 angewiesen, den vom Volk am 27. September 2020 an der Urne bewilligten Bau eines Bevölkerungsschutzgebäudes auf dem Loorenareal neu zu berechnen und den Stimmberechtigten ein überarbeitetes, umfassendes Projekt mit voller Kostentransparenz vorzulegen.

    Projektüberprüfung gemeinsam mit Nutzerschaft

    Um den erwähnten Auftrag des Bezirksrats umzusetzen, wurde das Projekt seit Herbst 2022 in enger Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern von Feuerwehr, Zivilschutz und Samariterverein vertieft und sorgfältig überprüft. Diese künftigen Hauptnutzenden haben Ende September 2023 mit einer symbolischen Unterzeichnung der überarbeiteten Pläne bestätigt, dass das Projekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

    Alle notwendigen Aspekte in Projekt integriert

    Die Kosten für das überarbeitete Projekt belaufen sich auf CHF 18,9 Millionen und ergeben sich als Summe folgender Kostengliederung:

     

     

    Urne vom 27.09.2020

    Urne vom 09.06.2024

    Differenz

    A1

    Bevölkerungsschutzgebäude

    9'050'000

    13'027'500

    3'977'500

    A2

    Einstellraum in Stützmauer

     

    1'168'500

    1'168'500

    A3

    Betriebseinrichtungen

     

    717'500

    717'500

    A4a

    Photovoltaikanlage Dach

     

    438'000

    438'000

    A4b

    Photovoltaikanlage Fassade

     

    88'000

    88'000

    A5

    Minergie «ECO», inkl. Zertifizierung

     

    165'000

    165'000

    B

    Revitalisierung Rausenbach und Haldenbach

     

    2'127'000

    2'127'000

    C

    Anpassung Bushaltestelle Loorenstrasse

     

    246'500

    246'500

    Total Stufe Kostenvoranschlag
    (inkl. MwSt. von 7,7 % bzw. 8,1 %)

    9'050'000

    17'978'000

    8'928'000

    Reserve für Unvorhergesehenes (5 %, gerundet)

     

    922'000

     

    Total Kredit, inkl. MwSt. (8,1 %)

     

    18'900'000

     

     

    Kernstück des Projekts bleibt das Bevölkerungsschutzgebäude (A1) für rund CHF 13 Millionen. Die Differenz von knapp CHF 3,98 Millionen Franken im Vergleich zum Projekt 2020 entsteht aufgrund der Teuerung (+ CHF 2,23 Mio.), einer zusätzlichen Reserve innerhalb des Kostenvoranschlags von 10 Prozent (+ CH 0,78 Mio.), Präzisierungen im Kostenvoranschlag (+ CHF 0,92 Mio.) sowie der Mehrwertsteuererhöhung um 0,4 Prozent (+ CHF 50'000).

    Die Kosten für die Revitalisierung der Bäche (B) und die Betriebseinrichtungen (A3) wurden aufgrund des erwähnten Bezirksratsentscheids nun transparent ausgewiesen. Weiter ist festzuhalten, dass im Projekt 2020 kein Einstellraum in der Stützmauer (A2) vorgesehen war, der als Raum für Kleinfahrzeuge und Anhänger (Zivilschutz/Feuerwehr) sowie Unterhaltsgeräte (Hausdienst) dienen soll, um die aktuellen Platzverhältnisse weiter zu entschärfen. Ebenso neu ist die Photovoltaikanlage (A4), die unter anderem aufgrund der veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen integriert werden muss. Das Projekt 2020 hatte zudem auf eine Zertifizierung nach Minergie «ECO» (A5) verzichtet. Schliesslich sind im überarbeiteten Projekt neu Anpassungen bei den Bushaltestellen (C) berücksichtigt, damit diese nicht unmittelbar vor der Ein-/Ausfahrt des Bevölkerungsschutzgebäudes liegen.

    In den Kredit von CHF 18,9 Millionen, der an der Urne zu genehmigen ist, hat der Gemeinderat, zusätzlich zur Reserve innerhalb des Kostenvoranschlags von 10 %, zudem eine Reserve von 5 Prozent (CHF 922'000) für Unvorhergesehenes integriert. Diese Reserve darf nur nach einem vorgängigen Beschluss des Gemeinderates verwendet werden.

    Durchdachtes Projekt

    Das überarbeitete Projekt erfüllt einerseits die Vorgaben des Bezirksrats; andererseits konnte das Bevölkerungsschutzgebäude gemeinsam mit der künftigen Nutzerschaft so optimiert werden, dass eine zweckmässige und kosteneffiziente Infrastruktur für die Blaulichtorganisationen entsteht. Damit lassen sich Synergien nutzen sowie Einsatzzeiten, Logistik und Kommunikationswege in einer Notlage zum Schutz der Maurmer Bevölkerung sicherstellen. Der Gemeinderat empfiehlt den Stimmberechtigten, dem Projekt am 9. Juni 2024 an der Urne zuzustimmen.

    Gemeinderat Maur


    Weitere Informationen zum BSG finden Sie in einem ausführlichen FAQ (Häufig gestellte Fragen) hier (PDF)


     

    Im Gespräch mit dem heutigen und dem künftigen Feuerwehrkommandanten

    Anfang 2024 übergibt der aktuelle Kommandant der Feuerwehr Maur, Daniel Fischer, den Führungsstab an Adrian Trüb – Zeit für ein Interview mit den zwei über ihre Arbeit bei der Feuerwehr und einen Ausblick auf das geplante Bevölkerungsschutzgebäude.

    Daniel Fischer (DF), Adrian Trüb (AT), was hat Sie motiviert, sich überhaupt bei der Feuerwehr zu engagieren?
    DF: Zu Beginn wollte ich gar nicht zur Feuerwehr, da ich mich meinem Landwirtschaftsbetrieb widmen wollte, aber ein Kollege hat mich dazu überredet und es war das Beste, was mir passieren konnte.
    AT: Mir geht es ähnlich. Ich kannte die Feuerwehr zwar durch meinen Vater, so richtig dafür interessiert habe ich mich jedoch nicht. Ein guter Kollege wollte dann der freiwilligen Feuerwehr beitreten. Wir besuchten gemeinsam eine Übung und haben noch am selben Abend das Anmeldeformular unterzeichnet. Seither hat es mir den Ärmel reingezogen. Zum einen ist es ein schöner Dienst für die Gesellschaft und die Gemeinde, zum anderen schätze ich die Kameradschaft sehr.

    Bild Daniel Fischer und Adrian Trüb

     Daniel Fischer, Sie sind seit 27 Jahren bei der Feuerwehr. Wie haben sich die Anforderungen und die Arbeit der Feuerwehr in dieser Zeit verändert?
    DF: Die Ausbildung sowie die Einsatzführung sind komplexer geworden. Es muss viel mehr dokumentiert werden als früher. Wir haben mehr Material als zu Beginn meiner Feuerwehrkarriere, dies macht die Arbeit teilweise zwar etwas leichter, muss aber auch beübt werden. Deswegen steigen die Anforderungen an das Kader wie auch die Mannschaft.

    Ist Ihnen ein bestimmter Einsatz speziell in Erinnerung geblieben?
    DF: Es sind vor allem die Einsätze in Erinnerung geblieben, bei denen wir Menschen oder Tiere retten oder ihnen helfen konnten. Natürlich waren grössere Brände wie jene der Jowa in Volketswil oder der Swisswax in Fällanden als Feuerwehrmann sehr eindrücklich. Am schnellsten wach wurde ich, als bei meinem Nachbarn die Scheune inklusive Stall brannte. Als ich vom Feuerwehralarm geweckt wurde, sah ich an meiner Schlafzimmerwand einen Feuerschein und dachte zuerst, es brennt auf unserem Hof.

    Anfang 2024 übergeben Sie den Posten als Feuerwehrkommandant an Adrian Trüb. Welche Erfahrungen oder Erkenntnisse können Sie ihm für diese Funktion mit auf den Weg geben?
    DF: An erster Stelle steht die Mannschaft. Ohne die läuft nichts. Um ihnen eine gute Ausbildung und Material bieten zu können, braucht es aber die Unterstützung der Behörden und der Verwaltung. Deswegen ist ein gutes Einvernehmen sehr wichtig. Während meiner Zeit als Kommandant durfte ich jederzeit darauf zählen.

    Adrian Trüb, wo möchten Sie als neuer Kommandant den Schwerpunkt legen und wo sehen Sie die grössten Herausforderungen, die auf die Feuerwehr Maur zukommen?
    AT: Dani hat bereits sehr viel für die Feuerwehr geleistet. So kann ich auf eine tolle Truppe, viel Engagement und ein gutes Fachwissen zählen und darauf aufbauen. Dafür bin ich sehr dankbar.
    Ich möchte das gute Niveau der Feuerwehr beibehalten und wenn möglich stetig verbessern. Ein wichtiger Schwerpunkt ist sicher das Thema Bevölkerungsschutzgebäude. Weiter sehe ich Potenzial in den Bereichen Kommunikation und Digitalisierung. Die grössten Herausforderungen werden vermutlich der Nachwuchs und die Tagesverfügbarkeit sein. Es ist immer schwieriger, Menschen zu finden, die sich freiwillig engagieren.

    Gibt es in Maur besondere Merkmale (z. B. topografisch), die das Gebiet von anderen Gemeinden unterscheiden und die Sie bei der Feuerwehrarbeit speziell berücksichtigen müssen?
    DF: Die Fläche mit fünfzehn Quadratkilometern mit vielen Wäldern, Bächen und Strassen ist bei Elementarereignissen oft eine Herausforderung; ebenso die Distanz vom Wohnort zum Depot in Maur mit unseren fünf auseinanderliegenden Ortsteilen, was sich auf die Einsatzzeit auswirkt.
    AT: Wie Dani angesprochen hat, ist die grosse Fläche aussergewöhnlich. Nebst den Distanzen ist auch der Höhenunterschied zu erwähnen. Wir sind eine ländliche Gemeinde mit verschiedenen Dorfteilen, Weilern und einigen Aussenhöfen. Dafür ist das Industriegebiet überschaubar.

    Mitte 2024 wird über ein neues Bevölkerungsschutzgebäude abgestimmt. Warum braucht Maur aus Sicht der Feuerwehr ein solches Gebäude?
    DF: Das 1982 erstellte Gebäude war auf ein Korps von dreissig bis vierzig Personen und eine Bevölkerung von 7000 bis 9000 Einwohnerinnen und Einwohnern ausgelegt. Diese Infrastruktur entspricht platzmässig nicht mehr den Anforderungen der heutigen Feuerwehr. Da eine Zusammenarbeit mit umliegenden Feuerwehren aus topografischen Gründen nicht durchführbar ist, brauchen wir ein eigenes Gebäude. Zudem ist der Standort in der Looren viel zentraler gelegen, sodass sich die Einsatzzeiten erwiesenermassen verkürzen lassen. Mit dem neuen Bevölkerungsschutzgebäude ist die Feuerwehr in Hinblick auf die steigende Bevölkerungszahl für die nächsten zwanzig Jahre wieder gewappnet.
    AT: So ist es. Für die Bevölkerung ist wichtig, auf eine Feuerwehr zählen zu können, die mit gutem Equipment schnell vor Ort ist. Im Ernstfall kommt es auf jede Minute an.

    Ist das Loorenareal für die Feuerwehr der richtige Standort? Warum?
    DF: Die Looren ist zentral gelegen und in absehbarer Zeit der einzige Standort, an dem ein solches Gebäude gebaut werden kann.
    AT: Rund achtzig Prozent der Bevölkerung – wie auch ein Grossteil unserer Feuerwehrleute – wohnt in den oberen Ortsteilen. Der grösste Anteil unserer Einsätze ist ebenfalls in den oberen Dörfern. Dank der zentralen Lage des Loorenareals innerhalb der Gemeinde können wir die Einrückzeiten ins Feuerwehrgebäude und die Ausrückzeiten vom Feuerwehrgebäude zum Einsatzort deutlich verbessern.

    Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn das neue Gebäude dann steht?
    DF: Auf die Einweihungsfeier. Spass bei Seite: Die Männer und Frauen von Feuerwehr, Zivilschutz und Samariterverein sollen ein Gebäude bekommen, in dem sie sich während ihres freiwilligen Dienstes rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr für die Gemeinde Maur wohlfühlen und ausreichend Platz haben.
    AT: Aktuell platzen wir aus allen Nähten. Deshalb freue ich mich vor allem auf ein geräumigeres Umfeld, etwas mehr Platz in den Garderoben und eine zeitgemässe Einrichtung. Zudem freue ich mich sehr auf einen guten und engen Austausch mit den anderen Organisationen, die sich für den Bevölkerungsschutz einsetzen.

    Das BSG soll auch als Stützpunkt für Zivilschutz und Samariter dienen. Wo sehen Sie in einem gemeinsam genutzten Gebäude konkrete Vorteile/Synergien bei den Blaulichtorganisationen?
    DF: Die Organisationen können Material, Personal, Räume und Fahrzeuge gemeinsam nutzen. Die Wartung des gesamten Materials lässt sich so an einem Ort erledigen und es muss nicht aufwendig in der Gemeinde hin und her transportiert werden.
    AT: Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

    Daniel Fischer, Adrian Trüb, vielen Dank für das Gespräch.

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